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8 – 1 – 24* (Eichenauer · Sauer)

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Das Grab ist nicht erhalten

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Josef Sauer

† 16.10.1886 (München), 26 Jahre alt, Tod durch Selbstmord
Mathematiker

Neueste Nachrichten (18.10.1886)

Lokales.

München, den 18. Oktober.
(Wahnsinnig.) Gestern Früh 4 Uhr wurden die in der Nähe des Café Belvedere in der Rumfordstraße wohnenden Leute durch einen lauten Schrei aus dem Schlafe gestört: Der im dritten Stock des genannten Hauses wohnende 26jährige Mathematiker Josef Sauer von hier, der seit einiger Zeit an Geistesstörung leidet und gestern in die Irrenanstalt verbracht werden sollte, hatte sich, nur mit einem Hemd bekleidet unter lautem Schreien zum Fenster hinaus auf die Straße gestürzt und war sofort eine Leiche. Der Verstorbene war ein hochtalentirter Mann, der sich nur durch übermäßiges Studium sein Leiden zuzog. Wenige Stunden nach seinem Tode kam die Nachricht, daß eine von ihm gemachte Erfindung vom preußischen Kriegsministerium angenommen worden sei. – Am gleichen Tage Mittags erhängte sich im Haus nebenan ein schon seit Jahren an Trübsinn leidender Viktualienhändler.

Neueste Nachrichten und Münchener Anzeiger No. 291. München; Montag, den 18. Oktober 1886.

Rosenheimer Anzeiger (20.10.1886)

Bayerische Nachrichten.

München, 18. Oktober. (Erstürzt.) In der Nacht vom Samstag zum Sonntag stürzte sich im Cafe Belvedere an der Rumfordstraße, während in den ebenerdigen Restaurationslokalitäten eine lustige Gesellschaft eben Hochrufe ausbrachte, um 4 Uhr Morgens aus einem Fenster des dritten Stockwerkes ein Mann auf das Trottoirpflaster herab und zerschmetterte sich den Schädel derart, daß er sofort todt liegen blieb. Der Unglückliche war der 28 Jahre alte stud. math. Josef Sauer, welcher schon längere Zeit mit zwei Schwestern im Cafe Belvedere wohnte und an Verfolgungswahn litt. In der kritischen Nacht bildete er sich ein, vom Prinz-Regenten zum Erschießen verurtheilt zu sein und sprang, um der Exekution zu entgehen, im Hemde zum Fenster hinaus. Am Abend vorher hätte er in das Irrenhaus verbracht werden sollen, doch verzögerte sich die Ueberführung und in der Nacht trat die Katastrophe ein.

Rosenheimer Anzeiger No. 239. Tagblatt für Stadt und Land. Mittwoch, den 20. Oktober 1886.



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